Des hädd mer fei scho daugdd

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Es hätte die perfekte englische Woche werden können für den 1. FC Nürnberg, 9 Punkte und Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen. Doch nur Dank der beiden Tore von Guido Burgstaller konnte gerade so noch eine Punkteteilung mit Arminia Bielefeld erreicht und die erste Heimniederlage seit einer gefühlten Ewigkeit verhindert werden.

Letztendlich muss man mit dem einen Punkt gegen die Arminia mehr als zufrieden sein. Zwar hatte der neue Fußballgott Guido Burgstaller – so tönte es nicht nur einmal vergangenen Freitag durch das Achteck – mit dem Abpfiff sogar noch den Siegtreffer auf der Schuhspitze, aber man darf nicht vergessen, dass selbst eine 0:5 Führung der Ostwestfalen nicht unverdient gewesen wäre, wenn man die Anzahl und vor allem die Qualität der Torchancen betrachtet.

Bereits in der 4. Spielminute nahm das Drama seinen Lauf. Miso Brecko begleitete Fabian Klos bei seinem Flügellauf nahezu schon wie ein Reiseführer, der einem Touristen die Sehenswürdigkeiten der Stadt nahezubringen versucht. Even Hovland sieht sich das aus unmittelbarer Entfernung interessiert aber tatenlos mit an, während Thorsten Kirschbaum beim Torschuss aus kürzester Entfernung trotz günstigen Winkels keine Chance mehr hat, den Einschlag zu verhindern. 0:1 und schon da wusste ich, dass die Arminia die restliche Spielzeit ihre beiden Viererketten wie Kickerfiguren an der Stange verschieben und dem Ruhmreichen das Fußballleben schwer machen wird.

Doch direkt nach Wiederanpfiff der 2. Halbzeit dann der nächste Rückschlag. Ein weiter Heber auf das Tor des weit vor dem Kasten stehenden Thorsten Kirschbaum, dieser entscheidet sich fälschlicherweise dafür, den Ball nach vorne zu klatschen und im Spiel zu halten, statt die Kugel über die Latte zum Eckball zu lenken. Und wieder staunt Even Hovland mit großen Augen, dass Fabian Klos neben ihm steht und das Runde ins Eckige befördert. Näher möchte ich auf die Fehlerquellen hier und heute noch nicht eingehen. Das hat denke ich einen separaten Artikel verdient, genau wie bei den Kollegen von Clubfans United, die etwas provokant fragen, wer denn der Trottel des Spiels nun sei.

In der Folgezeit hatte die Arminia mehrfach die Chance, den vielzitierten Sack zuzumachen, scheiterte aber entweder am eigenen Unvermögen, dem Aluminum und dem hervorragend in Eins-zu-Eins-Situationen reagierenden Kirschbaum. Der Club hatte dem nicht viel entgegenzusetzen, zudem stand sich Danny Blum bei nahezu jeder Situation mit seinem Eigensinn selbst im Wege. Erst nach seiner Einwechslung folgte die erste gelungene Ecke, diesmal von Kevin Möhwald direkt auf den Kopf von Burgstaller, der auf 1:2 verkürzte. Und dann kurz darauf mit einer Mischung aus Energie, Wut und Willen den Ausgleich erzielte.

Dieses Spiel war beispielhaft für die komplette bisherige Saison der 2. Liga. Keine Mannschaft konnte bislang die nötige Stabilität an den Tag legen, um eine längere Serie zu starten. Aber gerade das könnte die Chance für usneren Ruhmreichen sein, sich zumindest im vorderen Tabellendritten festzusetzen. Und die nächste Chance dazu ergibt sich am kommenden Sonntag in Leipzig, beim Ultras-Hassobjekt, Tabellennachbarn und heimschwachen Verein dieser noch jungen Saison. Wie habe ich Freitag auf einem Schal vor dem Stadion gelesen? “Football is for you and me, not for fucking industry!” In diesem Sinne bleibt mir nur eines zu sagen: WIR sind der Glubb!!!

Marcus Schultz

Marcus Schultz

Franke durch Geburt, Clubfan aus Überzeugung
Stadiongänger seit dem 21.10.1978
Wichtig: Nur WIR sind der Glubb!!!
Marcus Schultz

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